»Entschleunigung in naturnaher Umgebung – das ist Landwirtschaft!«

Im Granitztal liegt der Bauernhof von Hemma und Gerald Schliefnig, vulgo Kasperl. Hier wird naturnahe Landwirtschaft groß geschrieben
und seit jeher Rinderzucht mit Milchwirtschaft betrieben. Das erhaltene alte Bauernhaus ist umgeben von Obstgärten und die ländliche Idylle lädt schnell zum Verweilen und Entspannen ein. »Landwirtschaft bedeutet für uns beide auch Entschleunigung. Die landwirtschaftliche
Arbeit lässt uns Heraustreten aus dem beruflichen Alltag, den wir beide jahrelang neben dem Betrieb gelebt haben«, erzählt Hemma. Der Hof wurde von Gerald in den 1990-er Jahren übernommen und im Nebenerwerb geführt. Seine Eltern übernahmen in dieser Zeit einen Großteil der Hofarbeit. Dies war auch die Zeit des Heranwachsens der Söhne Florian, Martin und Lukas, welche am Land eine unbeschwerte Kindheit genießen konnten. Heute erfreut bereits das Kinderlachen von Michelle, Florians Tochter, die Herzen der jungen Großeltern. Gerald ist von Beruf Installateur, hat aber diesen im Jahr 2010 an den Nagel gehängt und führt heute den Betrieb im Haupterwerb. Nebenbei ist er Lohnpresser für Silage- und Heuballen und in den Sommermonaten viel bei den Bauern in der Umgebung unterwegs. Ist die Mähsaison beendet, ist er für den Maschinenring bei Schlägerungsarbeiten tätig. »Von Kindesbeinen an wollte ich Bauer werden. Ich genieße die Arbeit in der Natur und arbeite sehr gerne mit Tieren. Vor allem schätze ich aber die Freiheiten, welche unser Beruf mit sich bringt. Ich teile mir meine Zeit selber ein, entscheide selbst, welche Arbeiten erledigt werden und immer wieder kann ich mir die Zeit für Auszeiten nehmen«, erzählt Gerald. Auch Hemma hat in den letzten Jahren vieles an Veränderungen erfahren, eine sehr prägende Veränderung war ihr Entschluss Pädagogik zu studieren. Was als Projekt im Jahr 2007 anfing, mündet bald im abgeschlossenen Doktorats-Studium. »Bei meiner Entscheidung diesen Weg zu gehen, hat mich Gerald immer unterstützt. Es war einfach den Arbeitsalltag, nebenberufliche Tätigkeiten und ein Studium unter einen Hut zu bekommen. Mit der Unterstützung meiner Familie war das möglich und dafür bin ich sehr dankbar.« Hemma ist als Buchautorin bekannt und ihr neuestes Buch »Flieg für mich« spricht über das Leben auf der Grutschen, Hemma`s Heimatort und behandelt die beiden Kulturen dieses Gebietes – das Slowenische und Deutsche. Mit ihren einfühlsamen Erzählungen gibt Hemma Einblick in das Heranwachsen und Suchen der eigenen Geschichte. Monatlich ist sie auch auf Radio Agora mit ihren ›Sprachwurzelgeschichten‹ zu hören.