Der pensonierte AHS-Lehrer Mag. Urban Popotnig, vlg. Butrna in Feistritz an der Gail, besitzt als Landwirt verbriefte Weiderechte auf der Feistritzer Alm. Dort steht auch seine Fača, wie die Gailtaler ihre Alm- bzw. Sennhütten bezeichnen. Sie diente als Wohn- und Wirtschaftraum. Die Almwirtschaft und die Fače dürften eine Folge des Dobratschbergsturzes im 14. Jhdt sein, der die Gail aufstaute. Große Feuchtwiesen entstanden, was die Pferderzucht begünstigte.

Die Weiderechte auf der Alm waren im Ort auf insgesamt 360 Anteile verteilt. Bauern besaßen je 5 Anteile, Keuschler je 2 in je 1 Anteil verschiedene Enzelpersonen. Butrna hatte 5 Anteile. Die Anteile bestimmten auch die Zahl der Weidetiere. Aufgetrieben wurden Pferde, Kühe, Schweine, Ziegen und Schafe. Bei Butrna zwei Pferde, fünf Kühe und anderes mehr.

„Das Recht zur Fača ging
mit Anteilen am Weiderecht einher.
Jeder Bauer hatte
fünf Anteile.“

Seinerzeit besaß jede Familie auf der Pvanja, wo die Kapelle der Hl. Magdalena steht, einen Heuschober, in dem dort gewonnenes Heu  zwischengelagert und im Winter mit Schlitten ins Tal gebracht wurde.

Die Alm wurde von Mitte Juni bis Mitte September bestoßen. Die Pferde wurden schon um den 23. August in die Gailauen getrieben. Die restlichen Weidetiere wurden Mitte September zunächst auf die Pvanja, und dann ins Tal getrieben.

Durch den Staatsvertrag von St. Germain verläuft die Staatsgrenze zwischen Österreich und Italien inmitten durch das Almdorf. Fünf Fače, auch die von Butrna, liegen auf italienischer Seite. Zweigeteilt sind auch die Besitzverhältnisse. Mit einem Vertrag zwischen den Ländern Kärnten und Friaul sind die Weiderechte und Almbewirtschaftung geregelt. Während der beiden Weltkriege wurde auf österreichischer Seite eine Käserei erbaut, heute eine Raststation. Auf italienischer Seite aber errichtete man militärische Sperrriegel, die heute verfallen.