»Mein Obstgarten hat eine 100-jährige Tradition!«

In Rauth bei Keutschach liegt der Bauernhof von Martin Schöttl. Auf einer Anhöhe gelegen eröffnet der Hof eine unbeschreiblich schöne
Aussicht auf den Keutschacher See. Umgeben von alten und neuen Obstgärten hat das alte Bauernhaus eine mehr als 400-Jahre alte Geschichte. Sowohl das Haus als auch den Stall hat Martin mit ihrer alten Architektur erhalten und behutsam renoviert. Eine mächtige Linde inmitten des Hofes lädt zum Verweilen unter ihr ein und lässt die Zeit etwas langsamer verrinnen. Martin führt die Landwirtschaft im Nebenerwerb. Er hat sich der
Schafzucht verschrieben und beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Obstbau. »Die Obstgärten um den Hof hat bereits mein Urgroßvater angelegt und von Generation zu Generation wurde das Wissen weitergegeben. Über die Jahre habe ich einige Bäume bereits ersetzen müssen, allerdings habe ich noch einige Baumbestände die älter als 100 Jahre sind. Das hat auch einen ideellen Wert, dadurch sind alle Generationen bis heute verbunden«, erzählt Martin. Seine Obstgärten zählen zusammen ca. 70 Obstbäume. Da es sehr aufwendig war diese Gärten zu mähen, sind seit einigen Jahren Kärntner Brillenschafe am Hof. »Die Schafe übernehmen die Landschaftspflege und ich erspare mir dadurch sehr viel zeitraubende Arbeit. Da ich den Hof sehr extensiv bewirtschafte ist dies das optimale Tier für mich«, meint Martin. Er ist sehr gerne Bauer in Rauth, denn hier halten die Bauern zusammen. Zur Mähsaison wird gemeinsam geheut und siliert, da hilft einer dem anderen und nach getaner Arbeit, finden sich die Bauern zusammen um auf das gemeinsame Werk anzustoßen. Neben dem Obstbau und der Schafhaltung hat Martin auch einige Legehennen und baut Kartoffel an. Im Winter nutzt er die Zeit für den Obstbaumschnitt und Holzarbeiten im Wald. Die Waldarbeit liegt ihm sehr und jedes Jahr werden viele Kubikmeter Holz für den Privatverkauf gespalten und zum Trocknen in schöne Tristen geschlichtet. »Das Allerwichtigste für mich ist die Arbeit draußen in der Natur, da kann ich entspannt arbeiten und genießen!«
An seinem Beruf als Bauer schätzt er vor allem das breite Wissen. »Wir können uns alles selbst herstellen. Wir wissen wie man ein Feld bestellt, wie wir Tiere halten, wir können unserer Lebensmittel selbst herstellen. All dieses Wissen ist unbezahlbar. In Wirklichkeit ist das Lebensqualität, leider sind wir uns dieser nicht immer bewusst.«