»Das Zusammenleben von Generationen braucht viele Gespräche!«

Am Irgelehof in Treffen bei St. Egyden in der Gemeinde Velden wird seit vier Generationen auf die Vermarktung von Speisekartoffeln gesetzt. Der Bauernhof von Familie Kofler-Stoif ist weit über die Gemeindegrenzen bekannt und zählt mit seinem zweiten Standbein zu den besten Milchviehbetrieben in Kärnten. Am Hof helfen alle Familienmitglieder aus drei Generationen zusammen. Neben Erwin und Simone, helfen Sohn Leonhard und Simones Mutter Irmgard tatkräftig mit. »Jeder hat seine Aufgaben zu erledigen und wir können uns aufeinander verlassen. Da wir mehr als 60 Hektar landwirtschaftliche Fläche bewirtschaften, braucht es auch einen genauen Arbeitsablauf. Der Kartoffelanbau fällt mit der Hauptsaison im Ackerbau und der Mäharbeiten zusammen, da muss alles gut abgestimmt sein«, erzählt Erwin aus dem Alltag. Über die Generationen hat sich in der Landwirtschaft sehr vieles verändert und auch der Kartoffelanbau und die Kartoffelernte werden heute vollmechanisch erledigt. Für die Ernte kommt ein Kartoffelvollernter zum Einsatz, welcher gemeinschaftlich mit einem weiteren Betrieb angeschafft wurde. Der Absatz der Kartoffeln erfolgt über lokale Geschäfte, ab Hof und an die Gastronomie. »Früher haben die Gastronomie und Haushalte die Kartoffeln nach der Ernte in großen Mengen gekauft und selbst gelagert. Die Gastronomie war auch der größte Abnehmer und wir mussten über kein großes Lager verfügen, da alles verkauft war. Heute kaufen Private wie auch die Gastronomie in kleinen Mengen ein und für die Lagerung sind wir selbst zuständig. Der Verkauf hat sich auf das gesamte Jahr ausgeweitet«, erzählt Simone. Nachwievor ist der lokale Markt der wichtigste. Deshalb ist Familie Kofler-Stoif auch jedes Jahr am Ludmannsdorfer Kartoffelfest, welches immer am ersten Sonntag im September stattfindet, vertreten. Erwin und Simone liegt es sehr am Herzen, ihren Sohn Leonhard in
alle Arbeits- und viele Entscheidungsprozesse einzubinden. Er hat die Agrar-HAK in Althofen absolviert und ist mittlerweile hauptberuflich am Hof beschäftigt. »Wir müssen der Jugend ein Vorbild sein und ihr die positiven Seiten unseres Berufes näherbringen. Wir Eltern sind auch dafür verantwortlich, dass die Nachfolger eine Perspektive in der Landwirtschaft sehen«, sind Erwin und Simone überzeugt.