»Den Erfolg messen wir nicht in Hektar!«

Der Bauernhof von Hans und Brigitta Mikl aus Hart in der Gemeinde Arnoldstein ist bekannt für seine Gailtaler Qualitätsspeiseöle, Schnäpse und Erdbeeren. Auf dem wunderschönen renovierten Hof, wurde der alte Stall zum »Gams-Stadl« umgebaut. Im alten Gemäuer befinden sich nun der Hofladen und die Ölmühle. Ein gemütlicher Saal lädt zum Verweilen ein und wird für Verkostungen und verschiedene Veranstaltungen genutzt. »Mit der Renovierung des Stalles haben wir auch unsere eigene Ölmühle in Betrieb genommen und produzieren nun im geschlossenen Kreislauf. Alle Speiseöle werden immer frisch gepresst und garantieren somit höchste Qualität«, erzählt Brigitta Mikl aus ihrem Alltag. Insgesamt werden neun verschiedene Öle aus Hanf, Kürbis, Sonnenblumen, Soja, Raps, Mohn, Walnüssen, Lein und Leindotter hergestellt. Die Öle werden nicht mechanisch gefiltert und sind von den Kunden sehr geschätzt. »Wenn sich die Kunden am Hof selbst über die Herkunft der Produkte und ihre Herstellung überzeugen können, entsteht ein großes Vertrauen und sie kommen immer wieder«, ist Brigitta überzeugt. Familie Mikl ist auch der regionale Beerenversorger im Gailtal und bewirtschaftet auf verschiedenen Standorten insgesamt 6 Hektar Erdbeerfelder zum Selberpflücken. »Mit dieser Idee ist Hans nach seinem Studium aus Wien nach Hart zurückgekehrt und seit Ende der 1980-er Jahre bauen wir Erdbeeren an. Mittlerweile sind die Felder im gesamten Gailtal zu finden und der Erdbeernektar von Familie Mikl mit der österreichischen Genusskrone ausgezeichnet. In Summe bewirtschaftet Familie Mikl 29 Hektar Äcker und Wiesen und 33 Hektar Wald. »Durch die vielen Ölsaaten und einige Getreidearten ist eine gute Fruchtfolge garantiert. Das Stroh für unsere Erdbeerfelder stammt von unserem Getreideanbau und der Dünger aus der Arnoldsteiner Kompostieranlage, die wir gepachtet haben. Den Kompost verkaufen wir auch mit Erde gemischt als Gartendünger für Privatkunden«, lässt Brigitta in den Arbeitsalltag blicken. Die Zukunft einer erfolgreichen Landwirtschaft sieht Brigitta vor allem in der unmittelbaren Kooperation zwischen Produzenten und Konsumenten. »Nicht die Menge an Hektar ist entscheidend für den Erfolg, sondern was man aus seinem Betrieb macht. Hat man die richtige Nische gefunden, genügen oft wenige Hektar um sehr erfolgreich zu sein. Solche Betriebe finde ich immer interessant!« Auch die Kinder Ana, Lisa, Jakob und Simeon werden in den Alltag am Hof eingebunden. »Sie sollen allerdings ihre Wege gehen und ihre eigenen Erfahrungen sammeln, damit sie später auch wieder nach Hause kommen können. Kinder brauchen starke Wurzeln, aber auch Flügel«, lächelt Brigitta und freut sich über die eingeschlagenen Wege ihrer Kinder. Für die Zukunft wünscht sie sich vor allem Gesundheit und weiterhin diesen guten Familienzusammenhalt, im Kleinen wie auch im Großen, denn dieser zeichnet die Familie besonders aus.